Gate 35 Abenteuer im Human Design
Die Sinnkrise erfolgreicher Frauen: Was Campbells Heldenreise nie erzählt hat
Es war ein Sommerabend, in der sogenannten Lebensmitte, als ich beschloss, alles anders zu machen. Ich hatte mich gerade von meinem Team verabschiedet und überlegte, was ich wohl tun würde, wenn ich am nächsten Montag nicht die Leitung einer Abteilung übernehmen würde, sondern wenn es der letzte Tag in diesem Unternehmen wäre, das sich so viele Jahre wie eine zweite Familie angefühlt hatte.
Und mir wurde auch klar, dass das nicht mit 67 ist, wenn ich in Rente gehe.
Es war nichts Dramatisches. Kein Burnout, keine Krise, kein großer Knall. Nur dieses leise, hartnäckige Gefühl, das sich nicht wegdiskutieren lässt: Das hier kann nicht alles gewesen sein. Was ist für mich noch möglich?
Ich habe meine Architekturkarriere nicht über Bord geworfen, weil sie gescheitert ist. Ich habe sie hinter mir gelassen, weil ich gespürt habe, dass hinter dem Komfort der bekannten und vermeintlich sicheren Welt etwas wartet, das größer ist als das, was ich kannte.
Das ist der Moment, den Joseph Campbell „The Call to Adventure“ nennt. Den Ruf, die Schwelle zu übertreten.
Nur hat Campbell dabei etwas nie offen ausgesprochen: Die Heldenreise ist nichts für Frauen.
Die Reise, die nie für uns Frauen geschrieben wurde
Joseph Campbell war Anthropologe und Mythenforscher. Er hat Heldengeschichten aus hundert Kulturen gesammelt, analysiert, auf ihr gemeinsames Muster reduziert. Sein Werk ist grandios. Die Hero’s Journey ist das Fundament von allem: Star Wars, Harry Potter, nahezu jedes große Narrativ der westlichen Welt. Der Held bricht auf. Kämpft. Kehrt verwandelt als Jedi-Ritter zurück.
Psychologin und Autorin Maureen Murdock hat Campbell direkt gefragt: Wo ist die Frau in dieser Geschichte?
Campbells Antwort -wörtlich, aus einem persönlichen Gespräch mit Murdock, 1981:
Women don’t need to make the journey. In the whole mythological tradition the woman is there. All she has to do is to realize that she’s the place that people are trying to get to. -Joseph Campbell
Die Frau ist das Ziel. Sie ist die Göttin, die Muse, der Preis. Sie reist nicht. Sie wartet, bis der Held wieder nach Hause kommt.
Klingt das vertraut? Vielleicht nicht wörtlich, aber als Gefühl: das Gefühl, im falschen Kapitel einer Geschichte zu stehen, die nicht für dich geschrieben wurde.
Aber in Wirklichkeit ist das deine Freiheit.
Frauen, die nie Teil dieses Systems waren, müssen auch nicht nach seinen Regeln spielen.
Murdock schrieb daraufhin 1990 The Heroine’s Journey: Woman’s Quest for Wholeness -als direkte Antwort auf Campbells Modell. Sie beschreibt einen zyklischen Transformationsprozess: Die Heldin beginnt mit der Abkehr von traditionell weiblichen Werten und sucht Erfolg in einer patriarchalischen Welt.
Nach äußeren Prüfungen führt ein Gefühl innerer Leere sie in die Tiefe ihrer eigenen Seele. Sie holt verdrängte Anteile ihrer Identität zurück, heilt alte Verletzungen -insbesondere im Verhältnis zum Mütterlichen und Väterlichen. Das Ziel: die Integration des Maskulinen und Femininen zu einer neuen, ganzheitlichen Form von Weisheit.
Und selbst das Human Design System, das ich so sehr liebe, basiert hauptsächlich auf einem planetarischen System, in dem nur zwei Planeten traditionell weiblich sind: der Mond und die Venus. Das Meiste, was wir als universale Wahrheit akzeptieren, wurde in einem maskulinen Koordinatensystem verortet. Inzwischen lese ich deshalb die erweiterten weiblichen Komponenten in den Charts aus.
Das bedeutet nicht, dass diese Systeme falsch sind.
Es bedeutet: Wir Frauen haben noch gar nicht begonnen, unsere eigene Landkarte zu zeichnen.
Quelle: Maureen Murdock, The Heroine’s Journey, in: Encyclopedia of Psychology and Religion, 2016. maureenmurdock.com
Für die zweite Phase der Heldinnenreise verwendet Murdock ein konkretes mythologisches Bild: die Göttin Athena.
Athena wurde vollständig bewaffnet und gerüstet aus dem Kopf ihres Vaters Zeus geboren. Ihre Mutter Metis war von Zeus verschluckt worden – Athena hatte also keine Mutter. Sie ist die Göttin der Weisheit und Strategie, und sie steht symbolisch für die Frau, die sich vollständig mit dem patriarchalischen Maskulinen identifiziert hat.
Ich war Pallas Athena im schwarzen Anzug.
Klug. Kompetent. Aufgerüstet im Anzug.
Ich leitete große Teams, führte internationale Projekte, sprach fließend die Sprache des Vaters: Analyse, Performance, Delivery. Ich war ausgezeichnet darin.
Und ich hatte dabei nicht bemerkt, was ich hinter mir gelassen hatte.
Das Gegenteil von #tradwife
Während ich das schreibe, ist #tradwife einer der meistgesuchten Begriffe auf Social Media. Frauen, die öffentlich demonstrieren, wie schön das Leben in der bekannten Welt ist.
Hausgemachte Brote. Gestickte Schürzen. Alles an seinem Platz.
Ich respektiere jede Frau für ihre Wahl, aber das ist bestimmt nicht meins.
Und ich bemerke gleichzeitig: Die Sehnsucht nach #tradwife ist oft keine Sehnsucht nach der Rolle der Hausfrau -es ist nur der alte bekannte Weg und die Sehnsucht nach einem Leben, das sich nicht ständig anfühlt wie freier Fall.
Das Gegenteil von #tradwife ist nicht ständiges Krisenmanagement.
Es ist Abenteuer.
Und Abenteuer ist nicht das, was Hollywood daraus gemacht hat.
Wie kann man Abenteuer neu definieren?
Gate 35 im Human Design sitzt im Kehlzentrum. Kommunikation, Manifestation, Ausdruck. Es ist das Tor des Fortschritts, des Hungers nach Erfahrung, der Bereitschaft, sich auf das Neue einzulassen.
Gene Key 35 beschreibt drei Frequenzen -und sie sind so einfach wie sie sind tief:
Hunger – die Rastlosigkeit, das Gefühl, dass das Erfüllende immer woanders ist. Hunger ist die Überzeugung, dass dir im Jetzt etwas Wesentliches fehlt.
Abenteuer – nicht ewige Bewegung, sondern bewusste Teilnahme am Leben. Neugier statt Gier.
Grenzenlosigkeit – die Erkenntnis, dass du nirgendwo ankommen musst, weil das Leben selbst das Wunder ist.
So einfach. Und so selten gelebt.
Abenteuer beginnt nicht bei der Suche nach dem verlorenen Schatz. Es beginnt an der Schwelle zwischen dem, was du kennst, und dem, was du noch nicht bist.
Deine Abenteuer sehen vielleicht genauso unspektakulär aus wie meine, aber sie ändern die eigene Identität
Maureen Murdock nennt den Wendepunkt „Spiritual Aridity“ – die spirituelle Austrocknung. Man hat alles erreicht, was man sich vorgenommen hatte. Und es reicht trotzdem nicht. Der innere Fluss ist versiegt. Die Frage taucht auf: Was habe ich in diesem heroischen Streben verloren?
Ich war Architektin und Führungskraft. Ich war gut. Ich war routiniert – in Projekten, in der Führung großer Teams, in der Sprache der Planung und des Machens. Ich war Pallas Athena im schwarzen Anzug, erfolgreich in einer Männerwelt.
Und genau das war das Problem.
Nicht Scheitern. Nicht Krise. Sondern Gewohnheit. Und das klare Wissen: Mein Potenzial war dort zu Ende entwickelt. Es war ein tolles Unternehmen. Ein tolles Team. Aber meine Reise dort war beendet.
Das führte erstmal in die Leere – und durch die Leere hindurch zum Wunsch nach Freiheit. Zum Wunsch, Mentorin zu werden für Frauen, die genau dasselbe fühlten: die viel geleistet hatten, vielleicht mehr als die meisten Männer um sie herum, und die trotzdem wussten: Es gibt noch etwas.
Meine Version. Meine Story. Mein Abenteuer.
Als ich anfing, online sichtbar zu werden, fühlte es sich an wie eine Fahrt durch die Stromschnellen der World Wide Wilderness. Kein Netz mit doppeltem Boden. Keine Karte. (Aber dann ein Chart 😉)
Der Schritt über die Schwelle mit Mentoren (Yodas), die mich begleiteten – doch so eigenwillig sie ist.
Als ich begann, über Human Design und Gene Keys zu sprechen, in öffentlichen Räumen, als Frau mit Architekturbiografie, war das für mein Nervensystem Abenteuer. Was denken meine Freunde, meine Kollegen, mein Mann? Wer bin ich jetzt?
Als ich zuletzt angefangen habe, mit KI-Tools wie Claude Cowork zu arbeiten, hatte ich für einen Moment den Gedanken: Ist Vibe Coding das neue Abenteuer?
Bin ich M genug für diesen neuen Agenten in Einarbeitung?
Die Antwort, die ich mir selbst gegeben habe: Vielleicht geht es gar nicht darum, ob ich dafür gemacht bin. Sondern darum, ob ich bereit bin, es herauszufinden.
Das ist die Heldinnenreise. Nicht Triumph – sondern Integration.
Wir waren nie das Ziel. Wir waren immer die Reisende.
Wie oft hat man die Chance, neu anzufangen?
Öfter, als man denkt.
Und das ist nicht banal gemeint. Jedes Mal, wenn du an eine Schwelle kommst, an der das Alte nicht mehr trägt und das Neue noch nicht Form hat, steht dir eine Chance bevor, die sich nicht wiederholt.
Der Zauber des Anfangs liegt nicht darin, dass alles leicht ist. Er liegt darin, dass du noch nicht weißt, was möglich ist.
Und vielleicht bist du gerade genau dort.
Was ist dein nächstes Abenteuer?
Nicht metaphorisch. Konkret.
Vielleicht ist es das Business, das du noch nicht gewagt hast, öffentlich zu nennen.
Die Geschichte, die du noch nicht erzählt hast, weil sie sich zu persönlich anfühlt.
Das Angebot, das du schon im Kopf hast, für das du aber noch auf den „richtigen Moment“ wartest.
Der richtige Moment ist jetzt. Nicht weil der Kalender das sagt. Sondern weil du diesen Artikel bis hierher gelesen hast und du ganz genau weißt, was ich meine.
Die Heldinnenreise beginnt nicht mit einem Sprung ins Leere.
Bei mir begann sie mit innerer Ehrlichkeit an einem warmen Sommerabend und der Erkenntnis, dass dieses Leben ein Wunder ist, das immer wundervoller wird, je tiefer und weiter und mutiger wir gehen.
Die Infografik vergleicht zwei klassische Erzählstrukturen: links die lineare Heldenreise nach Joseph Campbell (Der maskuline Weg) mit den Stationen Ruf und Schwelle, Prüfung und Abgrund sowie Transformation und Rückkehr.
Rechts die zyklische Heldinnenreise nach Maureen Murdock (Der feminine Weg) mit den Phasen Identifikation mit der maskulinen Welt, Erfolg, Spirituelle Austrocknung und Trennung, Abstieg zur Göttin sowie Heilung und Integration männlicher und weiblicher Aspekte.
Das Human Design Mandala zeigt, wie Lebenszyklen, Jahreszeiten und Gate 35 den natürlichen Rhythmus prägen.
Für Modern Ancient Wisdom Enthusiasten
Geburtstag | Transit Gate 35 | 02. -07.06.2026 variiert je nach Jahr Thema: Die Heldin, die sich in neue Abenteuer stürzt um ihre Erfahrung zu erweitern. Ich habe die 35 im Merkur – dem Messenger, das worüber wir im Business sprechen.
䷢ Hexagram : Progress
🕉️ Human Design Gate: Fortschritt
☀️ Sonne in Gene Key 35: Schatten, Gabe, Siddhi
Hunger – Adventure – Boundlessness
Hunger – Abenteuer – Grenzenlosigkeit
✨ Archetyp: Die Heldin
💫 Codon Ring of Miracles
🌍 Erde in Gate 5: Der Rhythmus 🔗 Channel Partner Gate 36: Die Krise – Erfahrung
💠 Kehl – Zentrum: Kommunikation, Manifestation, Ausdruck
♑️ Astrologie: Zwillinge – Kommunikation, Neugier, soziale Vernetzung – Vielseitigkeit
Du suchst den roten Faden in deiner Heldinnengeschichte? Dann ist mein 1:1 Advanced Human Design Mentoring The Wayfinder das richtige für dich.
Abenteuer
Frauen sind für einen zweiten Start gemacht
Abenteuer beginnt mit innerer Ehrlichkeit
Eine Sinnkrise hat Sinn
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