Warum SolopreneurInnen ihre eigene Story ausbremsen und wie sie ihre Energie zurückholen

Der Podcast für Brand Identity, Business Storytelling & Advanced Human Design

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Deine Marke sendet. Die Frage ist: Was?

Du postest. Du erklärst. Du gibst dir Mühe, authentisch zu klingen.

Und trotzdem bleibt das Gefühl, dass du nicht wirklich ankommst. Nicht wirklich gesehen wirst. Als ob eine unsichtbare Scheibe zwischen dir und deiner Wunschklientin stünde – du kannst winken, aber die Welle kommt nicht an.

Das hat fast nie mit deiner Strategie zu tun.

Das Problem liegt meistens innen

Rosina Geltinger, Heilpraktikerin für Psychotherapie und Alltagspilotin, hat es im Gespräch mit mir so auf den Punkt gebracht, dass ich kurz aufgehört habe zu atmen: Marke ist Energiefluss. Von innen nach außen. Und wenn etwas blockiert ist – egal wo – fließt es nicht.

Menschen spüren das. In deinen Videos. In deinen Texten. Sogar im Stil, wie du ein Angebot beschreibst.

Es gibt zwei Arten von Blockaden. Die erste kommt von innen: tiefe Überzeugungen, die du schon so lange trägst, dass du sie für Wahrheit hältst.

  • Ich bin nicht gut genug.
  • Ich muss leisten, um Anerkennung zu verdienen.
  • Ich darf nicht falsch liegen.

Diese Glaubenssätze aus der Kindheit steuern dich heute noch – in deinem Marketing, in deinen Preisen, in dem Moment, wo du auf „Veröffentlichen“ drücken solltest und es doch nicht tust.

Die zweite Blockade kommt von außen – oder genauer: sie spiegelt dir das, was du innen noch nicht gelöst hast.

Wut, Wellen und eine blockierte Verbindung

Ich selbst habe das vor einigen Monaten erlebt. Auf einem Kongress, vernetzt mit anderen Speakern, engagiert, Werbung gemacht. Und dann: ein LinkedIn-Kontakt, der mich auf der Plattform angeschrieben hat, nachdem er gesehen hatte, dass ich auf seinem Profil war. Ein Gespräch, das sich schnell wie Verkaufspsychologie anfühlte. Wut kam hoch. Ich habe direkt zurückgeschrieben – und zwar scharf.

Die Antwort: Entschuldigungen für einen Assistenten in Einarbeitung. Und der Hinweis, dass ihm mein Ton nicht gefällt.

Ich habe eine Nacht gebraucht, um mich zu sortieren. Und am nächsten Morgen war er weg. Er hat nicht nur den Kontakt gelöst, sondern mich blockiert.

Tagelang hat mich das beschäftigt. Schuld, Wut, das Bedauern, mich nicht entschuldigen zu können. Und dann war es irgendwann einfach: weg.

Rosina nennt das die Welle. Emotion ist keine Aufgabe, die du lösen musst. Sie will gefühlt werden. Und dann zieht sie ab.

Das klingt einfach. Es ist es nicht. Unser Gehirn sucht sofort nach Lösungen, nach Kontrolle, nach dem richtigen nächsten Schritt.

Aber die Emotion braucht das nicht. Sie braucht Raum.

Wer lernt, Emotionen als Wellen zu erleben statt als Probleme, wird auch in der Öffentlichkeit freier. Wer das nicht kann, zieht sich zurück – unbewusst, aber spürbar.

Sichtbar sein heißt aushalten lernen

Das ist der Teil, den niemand gerne hört: Du kannst nicht jedem gefallen. Und du wirst es auch nicht müssen.

Rosina sagt es direkt: Was sie auf Instagram nicht mehr wirklich interessiert, dem folgt sie nicht mehr. Rigoros. Weil Fokus auf das, was wirklich resoniert, das einzige ist, was letztendlich zählt.

Gleichzeitig bedeutet das: Auch bei dir werden Menschen entscheiden, dass sie nicht folgen. Und das ist nicht dein Problem.

Dein Problem ist, wenn du dich deshalb kleiner machst. Wenn du den Beitrag so weichspülst, dass er niemanden stört – aber auch niemanden berührt. Wenn du die mutige Geschichte nicht erzählst, weil du fürchtest, was irgendjemand denkt, der eh nie deine Klientin werden würde.

Sichtbarkeit bedeutet auch Aushalten. Nicht als Abenteuer durch Extravaganz. Sondern die ruhige Bereitschaft, da zu sein – auch wenn nicht alle klatschen. Auch du selbst nicht – wie ich in dem Moment der selbstkreierten Ablehnung. 

Was der  KI- Coach nicht kann

Natürlich haben wir auch über Künstliche Intelligenz gesprochen. Klar. Sie ist überall.

Rosinas Einschätzung ist nüchtern und klar: KI kann Muster erkennen. Sie kann roten Faden finden. Sie kann zusammenfassen. Aber sie bringt keine Energie mit. Sie ist nicht empathisch. Sie hat keine Geschichte.

Und genau deshalb wird deine persönliche Marke wichtiger – nicht weniger. Wer bist du? Was hast du erlebt? Wo bist du wirklich hergekommen?

Das ist die Frage, die KI nicht beantworten kann.

Was sie stattdessen tut: Sie schmeichelt dir. Die meisten Modelle sind darauf trainiert, dir zu sagen, dass deine Ideen toll sind. Das ist verführerisch. Und es ersetzt keine ehrliche Außenperspektive – keine echte Verbindung, kein Sparring, das auch mal unbequem ist.

Die Emotion will einfach nur wie eine Welle gelebt werden – und irgendwann ebbt sie ab und dann ist es gut.

Rosina Geltinger

Innere Reise, äußere Wirkung

Rosina ist mit dem Wunsch, die Welt zu entdecken, ins Hotelfach gegangen. Irgendwann hat sie gemerkt: Die Themen, die ich in mir trage, nehme ich überall mit. Wohin ich auch gehe.

Dieser Moment – der Wendepunkt vom Außen zum Innen – hat ihre gesamte berufliche Richtung verändert.

Das kenne ich. Als Architektin im schwarzen Anzug, gerüstet für eine Männerwelt. Die Rüstung war echt. Die Frau darunter auch. Nur hat sie lange gebraucht, bis sie aufgehört hat, beides gleichzeitig zu tragen.

Deine Personal Brand ist keine Strategie, in die du wie ein Kleidungsstück morgens reinschlüpfst. Sie ist das, was entsteht, wenn du aufhörst, dich vom Spielfeld zu nehmen und dich selbst zu blockieren.

Was das für deine Marke bedeutet

Nicht jede Emotion muss in einem Blogartikel landen. Aber die Bereitschaft, sie zu kennen – und zu fühlen, bevor du kommunizierst – verändert alles.

Texte, die aus einem klaren, nicht blockierten Innen kommen, fühlen sich anders an. Menschen spüren das, ohne es benennen zu können.

Das ist keine Esoterik. Das ist Energiefluss. Rosina hat es so formuliert, und ich glaube ihr.

Deine Marke sendet. Die Frage ist immer nur: Von wo?

Ich hätte lieber eine Nacht vorher über meine scharfe Antwort schlafen sollen und meine emotionale Welle zu Ende reiten, und doch glaube ich, dass es wichtig ist solche Erfahrungen zu machen, in denen man mal gerade nicht die Heldin der Welt ist. Denn es ist immer eine Lehre darin – gerade wenn es unangenehm eng und emotional wird. Das bedeutet einfach ein Mensch zu sein. Sorry dafür?

Über Rosina Geltinger

Rosina Geltinger ist Heilpraktikerin für Psychotherapie und begleitet Menschen als Alltagspilotin dabei, innere Blockaden zu erkennen und loszulassen – im Alltag und in der öffentlichen Rolle als Selbstständige. Du findest sie auf Instagram und YouTube und hier.

 

Für wen ist diese Episode?

Für dich, wenn du merkst, dass  tiefkindliche Glaubenssätze deine Personal Brand blockieren, bevor du überhaupt angefangen hast. Wenn du wissen willst, wie der Energiefluss von innen nach außen funktioniert und wo er abbricht. Was Perfektionismus und Angst vor Kritik wirklich bedeuten. Warum deine Emotion eine Welle ist, die du nicht lösen, sondern nur leben musst. Und wie du lernst Verantwortung für die Reaktion anderer abzugeben.

 

BIO TO BRAND – Der Concept Store für kreative Solopreneurinnen (Collaborations Netzwerk, Personal Branding & Advanced Human Design Development)

Takeaways

werde zur Alltagspilotin

Emotionen brauchen keine Lösung - sondern Raum

Sichtbar sein heißt auch aushalten lernen

Personal Branding ist kein schwarzer Anzug, den du wie eine Rüstung an- und ablegst

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Ich bin Iris Seng.

Als Mentorin und Business-Story Architect helfe ich Solopreneurinnen, mit ihrer einzigartigen Story eine Personal Brand zu kreieren, die sie tief mit ihrem Business verbindet, die unverwechselbar ist und die ihre Kunden berührt und begeistert.

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